Innere Hämorrhoiden

Allgemeine Informationen

Innere Hämorrhoiden

Hämorrhoidenbeschwerden sind sehr viel weiter verbreitet, als manche vielleicht vermuten würden. Ungefähr jeder dritte deutsche Einwohner leidet ein oder mehrmals im Leben an Hämorrhoiden. Meistens machen sich die ersten Innere Hämorrhoiden Anzeichen durch Brennen und Jucken nach und während des Stuhlgangs bemerkbar. Häufig treten zusätzlich Blutungen, heftige Schmerzen und ein Schleimabgang auf.

Im Grunde genommen sind die Hämorrhoiden sogenannte Aufweitungen von Gefäßgeflechten, die sich im Analkanal befinden. Sie liegen dementsprechend „innen“ im Körper (deshalb innere Hämorrhoiden). Die Bezeichnung „äußere Hämorrhoiden“ wird ebenfalls häufig verwendet ist jedoch inkorrekt, da es sich bei „äußeren Hämorrhoiden“ eigentlich um Perianalvenenthrombose handelt. Die umgangssprachliche Bezeichnung bleibt jedoch in diesem Fall „äußere Hämorrhoiden“.

Allgemein werden unter dem Begriff „Hämorrhoidalleiden“ mehrere verwandte aber dennoch unterschiedliche Krankheiten verstanden, welche die Ärzte wesentlich exakter unterscheiden. Die Gefäßgeflechte, die sich im unteren Bereich des Analkanals befinden, kommen bei allen gesunden Menschen vor und helfen uns Flüssigkeiten und Luft zurückzuhalten. Dieses Zurückhalten aus dem Mastdarm wird auch Feinkontinenz genannt. Im Volksmund werden häufig innere Hämorrhoiden mit den falsch bezeichneten äußeren Hämorrhoiden unterschieden.

Ursachen und Beschwerden

Innere Hämorrhoiden befinden sich im Enddarm und sind von einer robusten Darmschleimhaut bedeckt. Hauptsächlich bestehen sie aus einem Geflecht aus Venen und Arterien und formen so eine Art kleines und sackförmiges Kissen. Bedingt durch verschiedene Gründe können diese Kissen anschwellen und sich nach vorne ausweiten. Dadurch werden die sonst so nützlichen Geflechte zu einer schmerzhaften entzündeten Erkrankung, die geheilt werden muss.

Ursachen für entzündete innere Hämorrhoiden können zum Beispiel sein:

  • Eine bestehende Bindegewebeschwäche.
  • Eine Schwangerschaft bei bereits vorliegender Bindegewebeschwäche.
  • Falsche Ernährung mit hauptsächlich ballastarmer Kost.
  • Psychische Belastung und Stress.
  • Ein erhöhter Schließmuskeldruck.

Die Beschwerden, die innere Hämorrhoiden verursachen, sind in den meisten Fällen sehr unangenehm und oft schmerzhaft für die betroffene Person. Folgende Beschwerden treten bei den betroffenen Patienten auf (die Auflistung ist nach der Häufigkeit des Auftretens angeordnet und die Symptome können auch gleichzeitig auftreten):

  1. Blutung
  2. Schmerzen
  3. Juckreiz
  4. Vorfall

Sollten ein Symptom oder mehrere Symptome vorliegen, dann sind diese allein jedoch kein Beweis für das Bestehen einer Hämorrhoidenkrankheit. Denn die Symptome gelten auch bei anderen Erkrankungen. Ganz besonders bei Blutungen, muss ein Facharzt abklären, ob Mastdarm- oder Dickdarmkrebs vorliegt.

Innere Hämorrhoiden – Behandlung

In leichten Fällen erfolgt die Hämorrhoiden Behandlung durch Ernährungsanpassung und medikamentös. Tritt keine Besserung ein, kann manchmal durch die sogenannte Gummibandligatur eine Operation etwas herausgeschoben werden. Dabei wird an das Hämorrhoidenkissen ein die Durchblutung hemmendes kleines Bändchen angebracht. Sollte auch dies nicht helfen, dann wird meistens eine Operation empfohlen. Die meisten Ärzte setzen dabei auf eine „geschlossene Operation“. Dabei werden die Hämorrhoidenkissen einzeln entnommen und die Schleimhaut wieder vernäht.

In letzter Zeit bieten manche Kliniken auch Hämorrhoidenoperation nach der Methode von Professors Longo an. Die meisten Ärzte stehen dem Eingriff jedoch kritisch gegenüber, da die Materialkosten zu hoch sind, er sich nicht für alle Hämorrhoiden eignet und ganz besonders, weil es in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen und Todesfällen kam. Aus diesem Grund werden innere Hämorrhoiden von fast allen Ärzten in der „herkömmlichen“ Operation entfernt.